Esssucht

Einführung
Esssucht (Fettsucht; Adipositas) ist durch übermäßige Anhäufung von Fett im Körper gekennzeichnet. Eine übermäßige Ansammlung von Fettgewebe im Körper entsteht, wenn die Energiezufuhr, vor allem durch fettreiche Ernährung, den Energieverbrauch des Körpers übersteigt. Fettleibigkeit führt zu Begleit- und Folgeerkrankungen und einer kürzeren Lebenserwartung.

Adipositas gehört zu den chronischen Erkrankungen, die durch eine hohe Begleit- und Folgemorbidität gekennzeichnet sind. Übergewicht (Adipositas) ist in der Bevölkerung weit verbreitet. Etwa jeder dritte Erwachsene Bundesbürger ist deutlich übergewichtig. Aufgrund der Begleit- und Folgekrankheiten verursacht die Krankheit hohe Kosten für das Gesundheitssystem. Fast 5 % aller Gesundheitsausgaben in den Industrieländern werden nach Angaben der Deutschen Adipositas-Gesellschaft für die Behandlung der Adipositas und ihrer Folgen aufgewendet..

Vorkommen
Nach einer Datenauswertung des Bundesgesundheitsamtes, hat jeder fünfte Deutsche eine Adipositas zweiten oder dritten Grades.

Symptome
Der Krankheitswert der Adipositas ergibt sich aus den psychischen (u. a. Depressivität, Ängste) und körperlichen Folgeerkrankungen wie z. B. kardiovaskuläre Erkrankungen (Hypertonus), Diabetes mellitus, degenerative Gelenkerkrankungen und Venenleiden.
 
Formen
Zur Diagnostik der Adipositas wird u. a. der Body-Mass-Index (Körpermasseindex) BMI herangezogen. Der BMI ergibt sich aus Division des Körpergewichtes durch die Körpergröße zum Quadrat und wird in kg/m2 angegeben.

Der BMI wird in verschiedene Gewichtsbereiche eingeteilt. Entsprechend dieser Bereiche wird die Adipositas nach Tabelle 1 in drei Grade unterteilt.

Tabelle: Formen der Adipositas nach Ellrot und Pudel, 1997


Klassifikation BMI in kg/m2
Untergewicht < 20
Normalgewicht 20 - 24,9
Übergewicht: Adipositas Grad I 25 - 29,9
Adipositas: Adipositas Grad II 30 - 30,9
extreme Adipostitas: Adipositas Grad III > 40



 

Ursachen
In der Literatur sind Hinweise auf ein multifaktorielles Zusammenwirken mehrerer Ursachen (genetische Disposition, Essverhalten, Energiebilanz, soziale Faktoren, Lerngeschichte, körperliche Aktivität) bei der Entstehung der Adipositas zu finden.

Therapie
Für die Behandlung der Adipositas bietet sich die Verhaltenstherapie als Methode der Wahl an. Eine nähere Beschreibung würde den Rahmen an dieser Stelle sprengen. Betroffene sollten sich in jedem Falle davor hüten, sich einer langwierigen Therapie zu unterziehen, in der keine Ziele vereinbart und keine konkreten alltagstauglichen Verhaltensschritte zur Erreichung der Ziele abgearbeitet werden.